Schulpaten begleiten Flüchtlingskinder in der Schule

Der Schulbeginn markiert für alle Kinder einen wichtigen Einschnitt: Auf einmal haben sie Pflichten, müssen pünktlich sein, ihre Sachen in Ordnung halten, sie müssen Schulaufgaben machen, brauchen gesundes Essen und Getränke in der Schultasche, um gut über den Tag zu kommen. Darüber hinaus verbringen sie plötzlich sehr viel Zeit ohne die vertrauten Bezugspersonen. Was für unsere Kinder schon eine große Anpassungsleistung darstellt, ist für Flüchtlingskinder noch schwieriger, weil sie mitunter gar nicht verstehen, was Lehrer, Betreuer und Mitschüler ihnen sagen wollen. Die schriftliche Kommunikation zwischen Schule und Eltern geschieht auf Deutsch - von der Einladung zum Elternabend bis zu Informationen über die wichtigsten Termine im Lauf des Schuljahrs bleibt das meiste unverständlich. Lehrern fehlt die Zeit, um sich neben den üblichen Aufgaben auch noch intensiv um die besonderen Bedürfnisse der Neuzugänge zu kümmern. Aufgrund der Sprachbarriere fällt es zudem schwer, Freundschaften zu den anderen Schulkindern zu knüpfen. Häufige Missverständnisse und Frustrationen sind vorprogrammiert.

 

Wer eine Schulpatenschaft übernimmt, kümmert sich verbindlich um die schulischen Belange eines Flüchtlingskindes und seiner Familie. Er hilft den Schülern und ihren Eltern dabei, sich aktiv am Schulleben zu beteiligen, von Fördermöglichkeiten Gebrauch zu machen, aber auch Pflichten zu erfüllen.


 

Die Patenschaft umfasst folgende Punkte:

  • Ein Pate ist die Kommunikationsschnittstelle zwischen Schule und Lehrern auf der einen sowie „seiner“ Flüchtlingsfamilie auf der anderen Seite.
  • Er kann speziellen Förderbedarf des Schülers erkennen und ggf. selbst helfen oder weitere Hilfe organisieren.
  • Paten stehen den Eltern bei reinen Verwaltungsfragen, Erläuterung von Schriftverkehr etc. zur Seite.
  • Die Paten beobachten Termine und ermutigen, an Schulveranstaltungen wie Ausflügen, Festen etc. teilzunehmen.
  • Ist das Patenkind krank oder hindern es andere Gründe am regulären Schulbesuch, informiert sein(e) Pate/Patin die Schule darüber.
  • Hin und wieder wird die Schulausrüstung auf Vollständigkeit oder Funktionsfähigkeit überprüft, Stundenpläne und der Schulbesuch im Allgemeinen beobachtet.
  • Wenn Kosten für Bücher, Übungsmaterialien oder Ausflüge anfallen, kann der Pate mit der Schule Hilfsoptionen klären und verwalten.
  • Materialbeiträge, werden zum Teil von den Schulen selbst oder ihren Fördervereinen übernommen.
  • Die meisten Flüchtlingskinder werden in Ganztagsschulen untergebracht. Das hier angebotene Mittagessen wird über das Förderpaket “Bildung und Teilhabe“ finanziert. Es bleibt ein Selbstbehalt von einem Euro pro Mahlzeit. Entsprechende Antragsformulare gibt es direkt in den Sekretariaten der Schulen oder der Ganztagsbetreuung. Wenn die Kinder auch in Sportvereinen aktiv werden oder zur Musikschule gehen möchten, kann genanntes Förderpaket auch in Gänze bei der Stadtverwaltung beantragt werden.

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schuelerhilfe@fluechtlingshilfe-langenfeld.org