Das Politische Leben in Langenfeld – Eine Klima-Recherche im Frühjahr 2021 aus der Sicht der Flüchtlingsarbeit

Ich stöbere im Ratsinformationssystem und finde Tagesordnungen, Antragstexte, Fragen der Fraktionen und Antworten der Verwaltung. Protokolle – Fehlanzeige. Mein Interesse gilt den zwei Sozialarbeiter-stellen für  die Arbeit mit Geflüchteten, die im Ausschuss für Soziales und Ordnung  am 21.4. mehrheitlich beantragt wurden. Es waren dynamische Beratungen in denen es  alternativ um „Kümmerer“ oder Fachkräfte und um die Abwesenheit von Konzepten ging. „Warum gibt es dazu keine gemeinsamen Beratungen zwischen Politik, Verwaltung und Flüchtlingshilfe – Organisationen“ lautete eine konstruktive Frage mit Antragsqualität, die dann aber wegen sich abzeichnender Antrags- und Geschäftsordnungs-irritationen zurückgezogen wurde. Es war interessant zu beobachten, wie die Kooperation der Minderheitsfraktionen Fahrt aufnimmt, und wie  die Mehrheitsfraktion  sich einerseits in überheblicher Formelhaftigkeit, aber auch mit Nachdenklichkeit und sachlichem Ringen um einen guten Beschluss profiliert. Das kostet Zeit, das ist manchmal auch nervig und offensichtlich für manchen „alten Hasen“ nur schwer auszuhalten. Aber es sind endlich junge Menschen an Bord, und wenn Demokratie Zukunft haben soll, dann braucht es Weiterentwicklungen einer Kultur des konstruktiven kurzweiligen und ergebnisorientierten Diskurses.


Der Rat hat die beiden Stellen inzwischen beschlossen!
Zum jeweiligen Beginn  der Sitzungen von Ausschuss und Rat wurde von Seiten der Stadt die Information über die Infektionszahlen/-Maßnahmen in den Unterkünften Albert- Einstein-Straße und Winkelsweg gegeben. 34 Infizierte sind eine sehr hohe Zahl, Verlängerung der Quarantäne ist tragisch, und 55 Menschen in Quarantäne wegen einer infizierten Kontaktperson sind mir nicht unmittelbar einsichtig.  Security wacht, Malteser verpflegen. Demnächst wird geimpft.


Da kommen mir Fragen, die mit Verantwortung, Empathie und Fürsorge zu tun haben:

Gibt es präventionsrelevante Erkenntnisse aus der Rückverfolgung?

  • Gibt es schwere Verläufe bei den positiv getesteten Fällen?
  • Gibt es für die Betroffenen eine bekannte 24 Stunden Notfall Nummer?
  • Waren die Hygiene-Maßnahmen ausreichend und nicht nur auf Plakaten in Fluren verkündet, sondern „implementiert“?
  • Waren die kostenlosen Testmöglichkeiten in Langenfeld bekannt und wurden sie genutzt?
  • Halten die Schulen Kontakt zu den betroffenen Kindern?
  • Sind die Arbeitsplätze der betroffenen Berufstätigen in Gefahr?
  • Wer merkt, wenn etwas schief läuft, wenn etwas übersehen wurde, wenn es Krisen gibt und wer interveniert?

Morgen gehe ich wieder zum „Pick up Point“ in der Albert Einstein Straße, lasse meine Mitbringsel von der Security untersuchen….rufe die Empfänger an und  entferne mich.


Luise Pawlowsky