AKTUELLES


Schlagzeilen: Auch in den letzten Wochen ging unsere Arbeit weiter.

+++ Das Sachmittelteam versorgte Einschulungskinder und deren Eltern unter Einhaltung der Corona-Abstandspflichten mit Schulausrüstung. 

 

+++ Das Fahrradteam befindet sich in Vorbereitung für eine neuen Ausgabetermin. In unserer Werkstatt wird eifrig instandgesetzt.

 

+++ Der Wochen-Anzeiger Langenfeld veröffentlichte unter dem Titel ‚Ein Grund zu feiern‘ am 17. Juni einen mehr als halbseitigen Bericht anlässlich des fünfjährigen Geburtstages der Flüchtlingshilfe Langenfeld. 

 

 

 

 


Weltflüchtlingstag 20. Juni – Ein Weckruf

 

Der Flüchtlingsrat NRW veröffentlichte zum jährlichen Weltflüchtlingstag eine Pressemeldung. Er kritisiert darin, die Abschottungs- und Ausgrenzungsstrategien der Europäischen Union, der Bundesregierung aber auch des Landes NRW, um hiesige Flüchtlingszahlen möglichst gering zu halten. Regelmäßig würden unter Anwendung von Gewalt und Pushbacks durch verschiedene Mitgliedsstaaten an den Außengrenzen der EU Schutzsuchende abgewehrt.

Den vollständigen Text der Pressemeldung des Flüchtlingsrat NRW ist hier nachzulesen.

 

Unser Vorstandsmitglied Frank Schöler hat seine Meinung zur aktuellen Situation der Flüchtlinge in einem Blogbeitrag auf unserer Homepage kundgetan.

In der Tat gibt es seiner Beobachtung nach in Anbetracht des politischen Versagens wenig Anlass zum Optimismus. Trotz dauerhafter Kritik an den Zuständen sei zum wiederholten Male festzustellen, dass sich nichts geändert habe. Die Flüchtlingshilfe Langenfeld sei vor fünf Jahren angetreten um Politikversagen zu bemängeln und gleichzeitig entwurzelten, schutzlosen, traumatisieren und gequälten Menschen Hilfe zu leisten. Auch nach fünf Jahren verlieren wir nicht den Mut und die Stärke, um das Richtige zu tun, auch wenn uns morgen wieder ein Weltflüchtlingstag traurige Wahrheiten um die Ohren hauen wird. Wir wissen, warum und für wen wir das alles machen.

Hier geht es zum Blogbeitrag

 


Zugang zu Flüchtlingsunterkünften jetzt unter Auflagen möglich

 Die Stadt Langenfeld erlaubt unter bestimmten Voraussetzungen den Zugang zu Flüchtlingsunterkünften. Sie hat in jeder Unterkunft Besprechungsräume eingerichtet. Nur hier ist in den Heimen ein Kontakt mit einzelnen Bewohnern möglich.

 

Die Vorschriften lauten wie folgt:

1.  Der Zugang ist nur nach vorheriger Absprache mit dem Referat 210 – Soziale Angelegenheiten, Herr Scholz, Telefon 7942229 möglich. Die Besuchszeiten entsprechen den Dienstzeiten der Hausmeister/Kümmerer und werden im Stundentakt vergeben. Für den Besuch wird in jeder Unterkunft ein Besuchsraum hergerichtet

2.  Die Besuchsräume sind mit einem Tisch, Stühlen, einer Spuckschutzwand, Handdesinfektionsmittel, welches auch zur Flächendesinfektion geeignet ist, Papiertüchern und Handwaschseife ausgestattet.

3.  Beim Betreten der Unterkunft ist ein Mund-Nase-Schutz zu tragen. Dieser Mund-Nase-Schutz darf erst in den Besuchszimmern abgelegt werden, wenn sich zwischen den am Gespräch beteiligten Personen ein Spuckschutz befindet. Beim Betreten der Besprechungsräume sind die Hände mit dem Handdesinfektionsmittel von allen Beteiligten zu desinfizieren.

4.  Die Handwaschseife ist bei Bedarf für die Händereinigung zu verwenden. Sollte in den Räumen kein fließendes Wasser vorhanden sein, so ist auf die vorhandenen Sanitärräume auszuweichen.

5.  Zu Ende eines Gesprächs ist der Tisch mithilfe des Desinfektionsmittels und der Tücher zu reinigen. Die Tücher sind in den dafür bereitgestellten Abfalleimer zu entsorgen.

6.  Darüber hinaus sind die allgemeinen Hygienehinweise im Zuge der Corona Pandemie (Niesetikette, kein Händeschütteln etc.) zu beachten.

7.  Nach Beendigung des Gespräches ist die Unterkunft unverzüglich und auf direktem Wege zu verlassen.

Den Anweisungen der städtischen Bediensteten sowie des Sicherheitsdienstes ist Folge zu leisten. 


Gern erinnern wir uns an Hans-Willi Buhl

Hans-Willi starb am 11. Mai. Wir alle mochten ihn sehr. Innerhalb unserer Fahrradgruppe gehörte er zu denen, die mit größter Akribie und Inbrunst annähernd die Hälfte aller gespendeten Gebrauchträder wieder verkehrstüchtig machte. Trotz Krankheit und so lange wie er konnte wirkte er in der Fahrradwerkstatt mit.

 

Hans-Willi war eine Stütze unserer Reparaturmannschaft und ausgesprochen beliebt. Er war sehr hilfsbereit. Man konnte ihn stets fragen, wenn man eine Hilfe benötigte. Hans-Willi stand zur Verfügung. Nie wollte er aber im Mittelpunkt stehen.

 

Er kam 2015 ins Reparaturcafé in der evangelischen Kirche in der Stettiner Straße. Er arbeitete zunächst an Aufgaben im Reparaturcafé und schloss sich dann auch der Fahrradgruppe der Flüchtlingshilfe an.

 

Zunächst holte er sich einzelne Räder aus dem damaligen Depot beim Roten Kreuz ab, um sie in seiner Garage zu Hause in Ordnung zu bringen. Fast täglich beschäftigte er sich damit, weshalb ihm seine Kinder zum achtzigsten Geburtstag ein ‚Goldenes Ventil‘ überreichten. 

 

Als die FHL in der Leichtbauhalle in der Bahnstraße arbeiten konnte, machte er sich seine eigene kleine Werkstatt zurecht, in der er in der Woche circa drei bis vier halbe Tage Räder reparierte. Jedes Werkzeug hatte seinen eigenen Platz und wehe, irgendjemand änderte seine Ordnung.

 

Wie wir erfahren durften, fühlte er sich seiner Familie, seinen Kindern und Enkelkindern tief verbunden. In der Nachbarschaft war er für seine Hilfsbereitschaft bekannt. Seit vielen Jahren gehörte er gemeinsam mit seiner Frau Mitglied dem Singekreis an St. Josef an und engagierte sich auch hier. So kümmerte sich Hans-Willi z.B. um die Noten und schrieb alle Liedblätter für die Gottesdienste.

 

Wie wir zudem gelesen haben, war Hans-Willi einer der Ersten, die dem Förderverein des Partnerschaftskommitees der Stadt Langenfeld e. V. beitraten und unterstützten. 

 

Privat kümmerte er sich seit Jahren um ein Ausbildungszentrum für Mädchen in Juja-Farm in Kenia. Er sammelte Sach- und Geldspenden und besuchte das Zentrum regelmäßig persönlich zur Übergabe. Bei der Gelegenheit brachte er dank seiner vielseitigen technischen Fähigkeiten in Ordnung was zu reparieren war. 

 

Seine Freundlichkeit, Hilfsbereitschaft und sein Lächeln fehlen uns und werden uns immer fehlen.

 

Das Fahrradteam und alle Mitglieder der Flüchtlingshilfe Langenfeld e. V.


Corona-Lock Down lähmt auch unsere Flüchtlingsarbeit

Zur Abwehr von Ansteckungen erließ die Stadtverwaltung Langenfeld ein Zugangsverbot für alle Flüchtlingsheime in Langenfeld. Das bedeutet, die dort von uns organisierten Sprach- und Nähkurse können nicht stattfinden. Die betreuten Personen und Familien können nicht aufgesucht werden.

 

Auch die Hausaufgabenhilfe für Schüler, die das Team der Soziale Brennpunkte e. V. organisiert, findet wegen der Kontaktverbote nicht mehr statt.

Das gleiche gilt für die Sprechstunde der Flüchtlingshilfe für Flüchtlinge, die bisher in den Räumen des Schaustall am Winkelsweg durchgeführt wurde und für den Sprachkurs für neu angekommene Schüler.

Zudem wurden alle Aktivitäten der Arbeitsgruppen Qualifizierung, Fahrräder oder Sachmittel sowie auch die Sitzungen des Lenkungskreises eingefroren.

Für Mitte Mai war erneut ein Fahrradkurs für Frauen geplant. Er war gut gebucht und mit großer Sorgfalt unter Einhaltung der Hygiene-Auflagen vorbereitet worden. Letztendlich musste er aber doch wegen der verlängerten Schließung des Jugendzentrums ‚Alte Schule‘, dem Veranstaltungsort, auf unbestimmte Zeit verschoben werden

Selbstverständlich gibt es innerhalb unseres Teams einen regen Austausch per Email.

Auch für die in Langenfeld lebenden Migranten sind wir telefonisch oder per Email erreichbar. 

Derzeit werden durch die Behörden erste Lockerungen der Beschränkungen des täglichen Lebens ausgesprochen. Wir informieren unmittelbar, wenn sich die Lage ändert und wir unsere Arbeit verantwortungsbewusst für uns selbst und andere wieder aufnehmen dürfen.


Servicezeiten im Überblick

Bis auf Weiteres kein Service

Allgemeine Sprechstunde für Flüchtlinge:

Dienstag 14:00 Uhr

Schaustall, Winkelsweg 38, Sprechstunde mit Frank Schöler

 

 

Team Qualifizierung:

Montags 15:00 bis 17:00 Uhr,

offene Deutschnachhilfe, Volkshochschule, Hauptstraße 133, Raum 104

 

Montag 15:00 bis 17:30 Uhr und Dienstag 15:00 bis 17:30 Uhr

offene Deutschnachhilfe, Selbstlernzentrum, Albert-Einstein-Straße 27, EG links, Raum 2,

 

Donnerstag 15:00 bis 16:00 Uhr

offene Deutschnachhilfe: Theodor-Heuss-Straße 101, 1. OG, Raum 20, offene Deutschnachhilfe

 

 

Team Schülerhilfe:

Dienstag und Donnerstag 16:30 bis 18:00 Uhr

Schülernachhilfe: Deutschkurse für Flüchtlingskinder, in den Räumen des Vereins Soziale Brennpunkte e.V., Zum Stadion 93

 

 

Sprechstunde Asyl- und Leistungsrecht:

Dienstag 12:00 bis 16:00 Uhr und Mittwoch 12:00 bis 16:00 Uhr

mit Juristin Barbara Ginsberg, Flüchtlingshilfe Velbert, in den Räumen der Begegnungsstätte Café am Wald, Langfort 3, beim AWO Seniorenheim.

 

*Änderungen vorbehalten


Fünf Jahre Flüchtlingshilfe Langenfeld: Ein Grund zu feiern

Von Frank Schöler, Gründungsmitglied der Flüchtlingshilfe Langenfeld und Vorstand der Flüchtlingshilfe Langenfeld e.V.

Redaktion: Rainer Schlatmann

 

Im April wurde die Flüchtlingshilfe.Langenfeld fünf Jahre alt. Eigentlich wollten wir den Geburtstag am 24. April bei einem offiziellen Empfang in der Stadthalle gebührend feiern. Alles war geplant und vorbereitet. Die Einladungen waren fertig und sollten verschickt werden. Alles kam wie wir wissen, anders.

 

An dieser Stelle ein Rückblick auf unsere Arbeit

Wir haben eine Gruppe engagierter Menschen zusammengebracht, die im besten Sinne die Zivilgesellschaft und das Ehrenamt repräsentiert. Wir sind eine Institution mit gesellschaftlicher Relevanz, die eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe erfüllt und Grundrechte verteidigt, die seit einiger Zeit in Politik und Gesellschaft nicht mehr für verbindlich gehalten und konterkariert werden.

 

Wie alles begann

Die Flüchtlingshilfe wurde im April 2015 von fünf Personen gegründet, die aufgrund von negativen Berichten über die Flüchtlingsunterbringung und -behandlung in Langenfeld Initiative ergreifen wollten. Von diesen fünf Personen sind heute noch drei im Lenkungskreis des Vereins tätig, eine arbeitet in einer Arbeitsgruppe des Vereins und eine ist in einer kooperierenden Institution tätig. Wir waren zunächst zwei Jahre als Bürgerinitiative aktiv, bevor wir einen Verein gegründet haben.

 

Wir möchten an dieser Stelle an Gerti Lassmann erinnern, die damals eher als Einzelkämpferin für die Flüchtlinge tätig war. Mit ihr gemeinsam haben wir die Initiative formiert. Kurz darauf ist Gerti leider verstorben, weshalb sie die kurz darauf einsetzende Flüchtlingswelle nicht mehr miterlebt hat. Von ihr haben wir viele Informationen und Inspiration erhalten, was uns bei unserer Arbeit ungeheuer geholfen hat. Wir hoffen, dass wir in ihrem Sinne gearbeitet haben und werden sie in bleibender Erinnerung behalten.

 

Das haben wir erreicht

Wir waren in einer Zeit der verwaltungstechnischen Überforderung diejenigen, die den Flüchtlingen erste Orientierung und Hilfe geben konnten. Unsere Helfer und auch viele andere Menschen außerhalb unserer Gruppe haben bei administrativen und sozialen Aufgaben geholfen und ein wenig Menschlichkeit vermittelt in einer völlig neuen Welt und nach erheblichen Strapazen und Bedrohungen in den Heimatländern und auf der Flucht.

 

Unsere Gruppe hat sich ca. 2 Jahre um die Einschulung der Kinder gekümmert und diese mit notwendigen Schulmaterialien und Kleidung ausgestattet, Aufgaben, die eigentlich Verwaltungen hätten durchführen müssen, dies aber aus personellen aber auch logistischen Gründen nicht konnten. Wir haben uns um die Mobilität der Menschen gekümmert, in dem wir Fahrräder aufbereitet und zur Verfügung gestellt haben. Zwei Beispiele von vielen.

 

Wir haben den geflüchteten Menschen über die langen Zeiten der Untätigkeit hinweggeholfen, die aufgrund der im Durchschnitt zweijährigen Laufzeiten der Asylverfahren entstanden, ihnen dann beim Übergang in ein mehr und mehr geregeltes Leben mit eigener Wohnung, Weiter- und Ausbildung und Arbeit geholfen.

 

Heute liegen unsere wichtigsten Tätigkeiten im Bereich der Qualifizierung, d.h. Eingliederung und Orientierung in die Arbeitswelt, Weiterbildung, Anerkennung von Hochschul- und Berufs-abschlüssen und Ausbildung. Wir freuen uns besonders darüber, dass es erstaunlich vielen jungen Leuten gelingt, trotz der kurzen Anwesenheitszeit von etwa vier Jahren in unserem Land, Schulabschlüsse zu erreichen.

 

Starkes Netzwerk

 Unsere Arbeit wäre ohne die Kooperation mit vielen sozialen Institutionen und Verwaltungen natürlich nicht denkbar. Wir haben uns selbst von Anfang an als Institution verstanden, die selbst Prozesse und Verfahren initiieren wollte. Als wir anfingen, haben uns einige Institutionen und Vereine zu verstehen gegeben, dass eine Schaltstelle wie wir sie sein wollten, nötig ist, um effizient arbeiten zu können.

 

In den ersten Monaten haben wir uns stark an anderen Institutionen orientiert, sonst wären wir im Herbst 2015 nicht handlungsfähig gewesen, um die Flüchtlingswelle bewältigen zu können. In der Anfangsphase haben wir gelernt, dass sich niemand auf ein Ereignis wie eine Flüchtlingswelle vorbereitet und das Improvisieren dann, wenn die Situation eintritt, ungeheuer schwer ist. Da war es sicher hilfreich, dass wir als neue und nicht an festgefahrene Prozesse gebundene Organisation diesen Part des problembezogenen Operierens übernehmen konnten, währen sich andere Organisationen auf die Dinge konzentrieren konnten, die sie am besten können. In solchen Phasen zeigt sich aber auch, dass es immer wieder einzelne, engagierte Menschen sind, die Dinge in die Hand nehmen und  geschehen lassen. In diesem Zusammenhang möchten wir stellvertretend für viele andere ein paar Namen nennen, Kurt Uellendahl vom DRK, Hartmut Boeker von der Evangelischen Kirche und Gisela Kuhrig von der Caritas.

 

Aus dem Brand in Alt Langenfeld nehmen wir mit, dass zum ersten Menschlichkeit der entscheidende Aspekt ist, um Menschen in schwierigen Situationen zu helfen, und zweitens gute Menschen auch immer gute Menschen brauchen, d.h. ein funktionierendes Netzwerk konnte hier wertvolle Arbeit leisten, um denen, die zum zweiten Mal in kurzer Zeit alles zurück lassen mussten, das Nötige so schnell wie möglich zu beschaffen.

 

Wir haben nie darüber nachgedacht, dass etwas wie ein Brand in einer Flüchtlingsunterkunft passieren kann, aber als es passierte, waren wir vorbereitet, weil unsere Organisation funktionierte.

 

Erfahrung im Umgang mit Verwaltungen

Die Verwaltungen haben es weitgehend bis heute nicht geschafft, die Ausnahmesituation einer Flüchtlingszuwanderung in diesem Ausmaß mit adäquaten Mitteln zu bewältigen. Wir haben uns in den fünf Jahren unserer Tätigkeit auf die Verwaltungsprozesse und -verfahren eingestellt und können die Flüchtlinge hindurch lotsen. Vieles ist aber unangemessen und ineffizient geblieben, z.B. ausuferndes Antrags- und Formularwesen.

 

Ein gravierender Fall ist das Schulwesen, wo es außer Deutschkursen keine situationsbezogenen Regelungen gibt, Flüchtlingskinder viel zu wenig Zeit und Unterstützung bekommen haben, um sich im Schulsystem zu etablieren. Dazu gehört z.B. die Eingliederung in Jahrgangsstufen nach dem Alter. Gerade den als Teenagern hier angekommenen fällt dies häufig auf die Füße, da sie nicht genügend Zeit haben, um Schulabschlüsse erreichen zu können.

 

Stolpersteine von Behörden im Integrationsprozess

Schwierig waren die bereits erwähnten langen Wartezeiten im Asylverfahren, die den Geflüchteten eigenständiges Leben unmöglich machten, sowie die angespannte Wohnungssituation in Langenfeld, die durch die gesetzliche Wohnsitzauflage noch verschärft wurde. Integration vollzog sich sehr schleppend und war in den ersten zwei Jahren weitgehend auf die Partizipation im Schulleben und bei einigen Sportvereinen beschränkt.

 

Integration in die Gesellschaft ist in einer entwickelten Industriegesellschaft wie der unseren nur über Arbeit, Wohnung und weitgehende gesellschaftliche Teilhabe möglich. Nach unserer Einschätzung kann Integration nicht stattfinden, solange die Flüchtlinge in den Sammelunterkünften wohnen. Die Stadt Langenfeld hat erst im April letzten Jahres Mitarbeiter für die Betreuung der Wohnheime angestellt, die entsprechende Erfahrung haben und ganztätig anwesend sind.

 

Zum Thema Integration äußerten wir uns vor kurzem ausführlich in einer Stellungnahme zum Integrationsbericht der Stadt Langenfeld.

 

Was die Faktoren der Integration angeht, ist die Arbeitswelt bereits von vielen Flüchtlingen erschlossen worden. Insbesondere junge Männer, die in der Gesamtheit der Flüchtlinge überrepräsentiert sind, haben häufig Arbeit gefunden, allerdings weitgehend in unqualifizierten, teilweise auch prekären Bereichen.

 

Als problematisch erweist sich, dass sich die Arbeitsagenturen nur sehr unzureichend mit den vorhandenen Qualifikationen und Berufserfahrung der Flüchtlinge beschäftigen, sondern primär in unqualifizierte Bereiche vermitteln. Wir versuchen zu kompensieren, indem wir die Qualifikationen aufarbeiten und versuchen, diese in Praktika oder Probearbeit zu verifizieren. Hierzu haben wir bereits einige Projekte aufgesetzt, auch in Kooperation mit anderen Institutionen wie Handwerkskammer, IHK oder dem Lions Club sowie dem Rotary Club.

 

Es gibt allerdings immer einige Vorzeigekarrieren wie den IT-Techniker oder die Sparkassenangestellte oder auch junge Leute, die es in der kurzen, ihnen zur Verfügung stehenden Zeit, geschafft haben, einen Hauptschul- oder gar Realschulabschluss zu erlangen und Ausbildungsplätze bekommen haben. Für viele Akademiker ist der Weg zu angemessener Beschäftigung schwierig und weitgehend von wirklich sehr fortgeschrittenen Deutschkenntnissen abhängig. Einige sind auf gutem Weg und wir versuchen sie zu begleiten.

 

Integrationshemmnisse bei Flüchtlingen

Wir haben in unserem Einflussbereich sehr wenig mit Kriminalität zu tun, das ist ein äußerst wichtiger Aspekt. Viele Probleme resultieren aus Unverständnis und Inkompetenz in der Auseinandersetzung mit Verwaltungen. Dazu tragen sowohl fehlende Deutschkenntnisse als auch fehlende Einsicht in die Verhältnisse bei. Zugegebener Maßen ist auch nicht immer alles logisch nachvollziehbar, was Behörden von den Menschen verlangen.

 

Einige haben eklatante Probleme mit dem Lernen und sehen es auch teilweise nicht ein, dass die deutsche Sprache der wichtigste Schlüssel zur Teilhabe ist. Auch die Gewöhnung an Arbeitssituationen stößt in einigen Fällen auf Schwierigkeiten. Das sind aber eher Ausnahmen.

 

Aus den Erfahrungen der letzten Jahre können wir die Menschen besser auf diese Situationen vorbereiten und sie auch befähigen, eigenständig damit umzugehen.

 

Einstellung von Langenfelder Bürgern zu Flüchtlingen

Wir verzeichnen in Langenfeld verhältnismäßig wenige fremdenfeindliche Aktivitäten, die meisten Flüchtlinge fühlen sich in der Stadt wohl und haben wenig Anlass zur Klage. Großen Anteil daran haben nach unserer Einschätzung die Schulen, die von Anfang an sehr engagiert und mit viel Empathie auf Kinder und Familien zugegangen sind und damit ein Gefühl von Dazugehörigkeit vermitteln konnten.

 

Inzwischen ist es so, dass die meisten Flüchtlinge zumindest ein normales Leben wie alle anderen Migranten führen können, da sie nicht mehr als Flüchtlinge erkannt werden oder sich als solche zu erkennen geben müssen. Dennoch haben die Geflüchteten auch in Langenfeld die Tendenz zu verstärkter Fremdenfeindlichkeit und Rassismus zur Kenntnis genommen, woraus natürlich auch ein Unwohlsein resultiert.

 

Aktuelle und zukünftige Herausforderungen

Die aktuellen Schwerpunkte liegen im Bereich der Qualifikation. Hier freuen wir uns über die Mitarbeit von Menschen, die auf dem Weg in die Arbeitswelt Hilfestellung und Rat geben können. Solche Personen können wir in Zukunft gebrauchen.

 

Dies gilt auch für noch nicht anerkannte oder geduldete Flüchtlinge, die zu großen Teilen noch in den Sammelunterkünften leben. Das deutsche Aufenthaltsrecht gibt diesem Personenkreis bedingt durch die Dauer ihres Aufenthalts verschiedene Möglichkeiten, ihren Aufenthaltsstatus zu verbessern oder ein Bleiberecht zu erhalten. Auch hierfür brauchen wir immer wieder Helfer, die diese Verfahren begleiten.

 

Die aktuelle Ausnahmesituation der Corona-Pandemie sorgt für eine weitgehende Verlangsamung von Verwaltungsprozessen. Flüchtlinge merken dies an der Verschiebung von wichtigen Terminen, z.B. bei der Ausländerbehörde, und Verlängerung von Genehmigungsverfahren. Für die Bewohner der Sammelunterkünfte gilt eine vollständige Isolierung, es dürfen keine externen Personen mehr in die Heime, auch keine Flüchtlingshelfer.

 

Das erinnert viele Flüchtlinge daran, dass die Wege zur Normalität im gesellschaftlichen Leben noch längst nicht zurückgelegt worden sind.


Pressecho zum Geburtstag

 Nach einem Gespräch mit der Journalistin Viola Gräfenstein erschienen am 11. Mai sowohl in der Printausgabe der Rheinischen Post wie auch im RP-Online-Netz und zusätzlich noch in der Westdeutschen Zeitung ausführliche Berichte, in denen unsere Arbeit gewürdigt wurde. Darüber haben wir uns sehr gefreut.

 

Die kompletten Artikel aus RP-Online findet Ihr hier:

Flüchtlingshilfe Langenfeld besteht fünf Jahre | Beim Helfen entstehen 

 

Flüchtlingshilfe Langenfeld | „Wir wollen Menschlichkeit vermitteln“

 


Die Spannung steigt: Nominierung zum Ehrenamtspreis des Flüchtlingsrat NRW

Auch in diesem Jahr verleiht der Flüchtlingsrat NRW einen Ehrenamtspreis. Mit dem Preis möchte der Flüchtlingsrat die beachtlichen Leistungen von Engagierten in der Flüchtlingsarbeit würdigen und dazu beitragen, dass ihre Arbeit die Wertschätzung erfährt, die sie verdient. Wir haben uns für den Ehrenamtspreis beworben.

Kürzlich wurden wir darüber informiert, dass wir unter acht Kandidaten in die engere Wahl für den Preis gekommen sind. Wir dürfen gespannt sein, was jetzt passiert. Doch schon jetzt freuen wir uns darüber, dass wir nominiert sind. Drücken wir alle kräftig die Daumen.

 

Mehr über den Ehrenamtspreis findet ihr hier


Dringend notwendig: Anwendung von Schutzmaßnahmen zur Unterbrechung von Infektionsketten auch in Flüchtlingsunterkünften

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales veröffentlichte einen CoV-2 Abeitsschutzstandard, mit dem Infektionsketten des Corona-Virus unterbrochen werden sollen. Hierzu zählen auch Infektionsschutzmaßnahmen in Sammelunterkünften wie etwa den Wohnheimen für Flüchtlinge. Hier der Wortlaut zum Thema im Rahmen des Arbeitsschutzstandards 

 

„Infektionsschutzmaßnahmen für Sammelunterkünfte

Für die Unterbringung in Sammelunterkünften sind möglichst kleine, feste Teams festzulegen, die auch zusammenarbeiten. Diesen Teams sind nach Möglichkeit eigene Gemeinschaftseinrichtungen (Sanitärräume, Küchen, Gemeinschaftsräume) zur Verfügung zu stellen, um zusätzliche Belastungen durch schichtweise Nutzung und notwendige Reinigung zwischen den Nutzungen durch die einzelnen Teams zu vermeiden. Grundsätzlich ist eine Einzelbelegung von Schlafräumen vorzusehen. Eine Mehrfachbelegung von Schlafräumen ist grundsätzlich nur für Partner bzw. enge Familienangehörige statthaft. Es sind zusätzliche Räume zur frühzeitigen Isolierung infizierter Personen vorzusehen. Unterkunftsräume sind regelmäßig und häufig zu lüften und zu reinigen. Für Küchen in der Unterkunft sind Geschirrspüler vorzusehen, da die Desinfektion des Geschirrs Temperaturen über 60°C erfordert. Ebenso sind Waschmaschinen zur Verfügung zu stellen oder ist ein regelmäßiger Wäschedienst zu organisieren.“ 

 

Nach unserer Beobachtung hat die Stadt Langenfeld noch eine Menge zu tun, damit die geforderten Schutzmaßnahmen greifen. Wir haben deshalb bereits mit der Stadtverwaltung Kontakt aufgenommen.

 

Den kompletten Arbeitsschutzstandard des BMAS findet ihr hier


Erfolgversprechend: Integration durch Arbeit! Matchmaking-Event mit den Lions

Qualifizierung und Förderung im Dialog ist ein Format, das die Flüchtlingshilfe gemeinsam mit dem Lions Club Langenfeld entwickelt hat. Die Idee ist, dass in Beruf und Wirtschaft erfahrene Personen mit Flüchtlingen über Perspektiven der Qualifizierung und Arbeitssuche in einem offenen Forum sprechen und informieren. In ihren Heimatländern qualifizierte Flüchtlinge mit inzwischen guten Deutschkenntnissen sollen von den Erfahrungen, Kontakten und Ideen profitieren.

 

Die Pilotveranstaltung zum Matchmaking fand am 29. Januar 2020 statt und war besucht von insgesamt 20 Personen, 12 Flüchtlinge und 8 Personen der Lions und der Flüchtlingshilfe. Eingeladen waren Flüchtlinge mit überwiegend akademischer Bildung, die auf dem Sprung in die Arbeitswelt sind oder den ersten Schritt bereits getan haben. Der Veranstaltungsrahmen gab ihnen die Möglichkeit, sich selbst zu präsentieren und die eigenen Vorstellungen zu formulieren, analog von Vorstellungsgesprächen, aber in informellem Rahmen. Die Vertreter des Lions Club versuchten im anschließenden Dialogteil möglichst viele Vorstellungen und Wünsche zu kommentieren und mit eigenen Ideen zu ergänzen.

Am Ende war ein gelungener Abend mit vielen neuen Erkenntnissen und Bekanntschaften vorüber gegangen, der allen Teilnehmern Inspiration und Perspektiven vermittelt hat. Aufgaben und Optionen werden nun abgearbeitet und führen hoffentlich zu positiven Entwicklungen einzelner Karrieren.  Die Organisatoren werden das Konzept auf jeden Fall fortführen.


Kleine Sprachwunder - die Leistung der Langenfelder Kindergärten

Luise Pawlowsky macht mit den von ihr betreuten Kindern recht positive Erfahrungen. Hier einige Gedanken dazu von ihr, die sie hier zum Ausdruck bringt:

 

„Kinder aus Flüchtlingsfamilien im Vorschulalter sind kleine wilde Rohdiamanten und schüchterne Mädchen und Jungen, die stets den Körperkontakt zur Mutter suchten. Annäherungsversuche mit Luftballons, Liedern, Bilderbüchern, Spielereien und kleinen Sprechübungen. Dann große Spannung, Vorfreude und Erleichterung, ein Kindergartenplatz ist gefunden.

 

Mit Inbrunst sprach mein kleiner Freund “Professor Zweistein”(3) das Wort Kindergarten aus, die Essensrituale wurden umgehend in der Familie eingeführt, und die St. Martinslieder wurden ebenfalls “Familienbesitz”. Was sich da sprachlich von August bis Oktober getan hat, ist enorm. Die Eltern, die gleichzeitig in Sprachkursen ihr Deutsch hart erarbeiten freuen sich, sind stolz  und beneiden ihr Kind um das Lerntempo.

Stimmungsaufheller sind jeweils die Anwendungsübungen mit heißgeliebten neuen Worten. Im Umfeld von Herrn Professor Zweistein waren das z.B. “Manometer” und “das war knapp”. Ich stelle mir vor in welchen Situationen diese Worte im Kindergarten jeweils zum pädagogischen Einsatz kamen. Etwas Drama muss wohl sein, denn es handelt sich jeweils um schwer übersetzbare “Blitzableiterworte”. 

Zum Geburtstag meines kleinen Freundes habe ich das kleine Sprachwunder in einem Gedicht festgehalten. Und es passt zum Geburtstag der Flüchtlingshilfe Langenfeld, den Kindergärten und ihren Beitrag zu gelingender Integration zu benennen.“

 

Mein neues Papperlapapp

Von Luise Pawlowsky

Ich schnapp es auf, ich spuck es aus, das Wort ist jetzt bei mir zu haus. Ich kau es durch, denk drüber nach, und werde morgens murmelnd wach.

„Manometer“, schwarzer Peter, „das war knapp“.   Das ist mein neues Papperlapapp

„Lasuina“, eine Frage, verstehst Du jetzt, was ich Dir sage?

Ein Schattenspiel, Ein toter Baum, was gibt es alles anzuschau’n. Ich entdecke, bleibe steh’n, es gibt so schrecklich viel zu seh’n.

    „Manometer“,...

Ich entdecke, Augen auf, spür weiter große Worte auf, kleine auch und interessante und verwechsle Hörverwandte.

   „Manometer“, ....

Gedruckt, gesungen und gesagt,  geschrien, geflüstert und gewagt. Langeweile kommt nie auf beim Zwiegespräch als Dauerlauf.

    Manometer,....

 

 


Stunden des Glücks - Kinder im Blick

Unsere Meinung dazu:

Luise Pawlowsky, Vorständin der Flüchtlingshilfe.Langenfeld und als Sozialpädagogin langjährig erfahren in der Kinder- und Jugendarbeit hat in Zeiten der Pandemie besonders auch das Wohl der Flüchtlingskinder im Blick. In ihren eigenen Worten fühlt sich das so an:

„Mit meinen kleinen Freunden ‚Frau Dr. Bachstelze‘ (9) und ‚Herrn Professor Zweistein‘ (4) mache ich seit März regelmäßig regelkonforme Spaziergänge oder Radausflüge. Frühlingsaktivitäten: Vögel und Schmetterlinge beobachten, Steine sammeln, im Wasser waten...  Der Kindergarten fehlt, die Verbindung zur Schule inspiriert.“

 

Luise hat hat das zu folgendem ABC angeregt:

Beschäftigungen: ABC allein und zu zweit, der Gesundheit zuliebe

 

Atlas studieren, Aufräumen, auswendig lernen (z.B.Lieblingslieder)

Bilder malen, Briefe schreiben, Brettspiele, Basteln, Bücher lesen, Ball-Übungen, Backen, Buchstabenspiele, Buden bauen, „Body Percussion“

Collagen aus  ausgeschnittenen Bildern kleben

Dichten, Dauerlauf üben, Dosenwerfen, Drachen bauen und steigen lassen, Diabolo, Drehteller

Enten beobachten, Eis selber machen,

Fernsehen, Frisuren ausprobieren, Faulenzen, Fotografieren, Freundschaftsbänder, Frisbee, Federball, Flechten, Filzen, Fadenspiele(Abheben)

Gymnastik, Geheimschrift und Geheimsprache entwickeln und üben, Geschicklichkeitsspiele (Stapeln, Zielwerfen, Domino-Effekt)

Helfen (im Haushalt, Haus, Garten), Hausaufgaben, Hüpfkästchen, Häkeln, Hacky Sack (Geschicklichkeitsübungen mit einem kleinen gefüllten Säckchen), Hula Hoop

Indianertag (Namen geben, Zelt bauen, sprechen, kleiden, essen ….wie Indianer), Indiaca, Instrumente basteln

Jonglieren üben (geht auch mit Kartoffeln oder Zwiebeln),

Kochen, Kartenspiele, Knotenspiele/Knüpfen

Lesen

Malen, Murmelspiele

Natur entdecken, Nähen

Origami (Papierfalttechnik)

Papierspiele ( Flieger/Hüte falten, schneiden,bemalen…), Puzzeln, Pizza backen

Quasseln

Radfahren und Langenfeld entdecken, Radio Hören (Kiraka, Mauskanal), Rätselraten, Rezepte ausprobieren

Schminken, Stricken (Strickliesel), Sticken, Sockentheater (Socken als Handpuppen), Singen, Sterne schauen, Schmuck basteln, Seilspringen, Schattenspiel, Schleifen binden, Spazieren gehen

Tanzen, Tischtennis, Topfpflanzen großziehen, Theaterstückchen erfinden und aufführen Uhr lernen

Verkleiden, Verstecken spielen, Vögel beobachten

Würfelspiele, Witze erzählen, Wasserorgel (Tonfolge mit unterschiedlich gefüllten Wassergläsern), Weben,

Xylophon spielen

Yoyo basteln und Spielen

Zaubern, Zahlenspiele, Zungenbrecher üben.

Luise Pawlowsky, April 2020

 

 


Integrationsbericht der Stadt Langenfeld 2019

Unsere Meinung dazu:

Der Integrationsbericht 2019 der Stadt Langenfeld weist aus, dass im September 443 Personen in Flüchtlingsheimen wohnten. Von diesen haben 90 Personen eine Anerkennung als Flüchtling, könnten also auch eine eigene Wohnung beziehen. Die übrigen, in städtischen Heimen lebenden Personen, sind entweder geduldet oder befinden sich noch in Anerkennungsverfahren.

 

Integrationsarbeit endet nicht bei Auszug aus Wohnheimen

Immer weniger Flüchtlinge leben in städtischen Einrichtungen. Für die Stadtverwaltung Langenfeld endet die „Integrationsarbeit“ nach eigenem Bekunden, sobald die Flüchtlinge die städt. Sammelunterkünfte verlassen haben. Zu diesem Zeitpunkt fängt der Prozess der Integration aber gerade erst an. 

 

• Wohnheimsituation macht gesellschaftliche Integration unmöglich

Während des Lebens in den Unterkünften haben die Menschen so gut wie keine Möglichkeit, sich in die Gesellschaft zu integrieren, da es aufgrund von Besuchsrestriktionen und der Securityüberwachung kaum möglich ist, normalen Kontakt mit Einheimischen zu pflegen. Besonders tragisch ist das z.B. für Schulkinder, die quasi ein Außenseiterleben führen müssen und Mitschüler über ihren Wohnort i.d.R. nur ausreichend informieren, geschweige denn, Mitschüler dorthin einladen.

 

• Zufahrtsverbote zu den Heimen und Besuchsrestriktionen führen zu Isolation

Flüchtlingshelfer sind häufig die einzige Verbindung in die Gesellschaft und somit auch die einzige Schnittstelle zu Integration. Durch die Zufahrtsverbote zu den Heimen ist auch die Arbeit von Flüchtlingshelfern erschwert. Erwachsene treffen in Sprachkursen nur die gleiche Sozialgruppe. Auch hier findet keine wirkliche gesellschaftliche Integration statt 

 

• Mittel zur Einschulungsausstattung unzureichend

Die erste Ausstattung der Schüler bei ihrer Einschulung wird von der Flüchtlingshilfe.Langenfeld über Spendenmittel abgedeckt. Über die insgesamt 150 € aus dem Bildungs- und Teilhabe-Paket, die im Jahr zur Verfügung stehen, kann eine Grundausstattung mit Schultasche, Schulmaterialien und Sportkleidung nicht beschafft werden, zumal die Mittel nur in Raten zum Beginn der jeweiligen Halbjahre gezahlt werden. Wird ein Kind im Laufe eines Halbjahres eingeschult, stehen diese Mittel nicht zeitnah zur Verfügung.

 

• Wohnungsvermittlung: Stadt nicht einzige Vermittlungsstelle

Die Stadt legt im Integrationsbericht großen Wert auf das Thema Wohnungsvermittlung. Es entsteht der Eindruck, als sei die Stadt die einzige Vermittlungsstelle. Dies trifft bei weitem nicht zu. Viele Wohnungen werden von ehrenamtlichen Helfern vermittelt. Sobald die Flüchtlinge die städt. Unterkünfte verlassen haben, beendet die Stadtverwaltung ihre Zuständigkeit. Zu diesem Zeitpunkt ist allerdings Integrationsarbeit weder beendet noch überhaupt geleistet worden.

 

• Integration durch die Stadt Langenfeld weitgehend verfehlt

Als übergreifendes Fazit ist festzustellen, dass das Thema Integration durch die Stadt Langenfeld weitgehend verfehlt wird, weil der Fokus auf den Bewohnern der städt. Unterkünfte liegt. Hier findet Integration definitiv nicht statt. Es gibt seitens der Stadt keine Angebote für Menschen, die die Sammelunterkünfte verlassen haben und in eigenem Wohnraum leben. Zudem: Ein wenig mehr erkennbare Empathie für die Situation der in Langenfeld lebenden Flüchtlinge wäre aus unserer Sicht wünschenswert. Es fehlt nach wie vor an professioneller Sozialarbeit.


Neun Monate Kümmerer in Langenfeld – Ein Zwischenfazit

 Seit April 2019 sind in den Flüchtlingsheimen drei städtische Mitarbeiter beschäftigt – die „Kümmerer“. 

Die Flüchtlingshilfe.Langenfeld arbeitet eng mit den Kümmerern zusammen. Zum jetzigen Zeitpunkt Erfolgsmeldungen zu verbreiten, ist allerdings verfrüht. Es leben in den Heimen immer noch Bewohner, denen die Anwesenheit der Kümmerer unbekannt ist oder die deren Aufgaben nicht kennen. Die Helfer der Flüchtlingshilfe verweisen die Bewohner regelmäßig an die Kümmerer oder stellen Kontakte her.

Im Integrationsbericht werden Projekte als städtisch aufgeführt, die zum Teil von der Flüchtlingshilfe initiiert sind und auch von dieser durchgeführt und finanziert (z.B. Nähgruppe, Sprachkurse) werden. 

Zweifellos ist die ständige Präsenz der Kümmerer in den Heimen ein echter Zugewinn für die Bewohner. Dennoch bleibt es unklar, worin die Aufgaben der Kümmerer bestehen. Es fehlt für Außenstehende eine einheitliche Linie. Jeder entwickelt eigene Schwerpunkte und Projekte. 

In Abgrenzung dazu bleiben die Funktionen und Aufgaben der bisher und auch weiterhin in den Heimen tätigen Honorarkräfte unklar. Dies führt im Tagesgeschäft sowohl bei den Flüchtlingshelfern als auch den Bewohnern zu Verwirrung.


Arbeit ist Integration - Eine Einschätzung

 Viele Flüchtlinge ergreifen Arbeitsgelegenheiten – teilweise verfrüht

 

„Der Flüchtling arbeitet“ hatten wir einen der Blogbeiträge auf unserer Homepage überschrieben und darauf hingewiesen, dass laut Bundesagentur für Arbeit inzwischen über 360.000 Geflüchtete einer Arbeit nachgehen. Das ist ein hoher Prozentsatz bei den in Deutschland lebenden Flüchtlingen. Sie haben einen wichtigen Schritt zur Integration gemacht und werden sich an ihren Arbeitsplätzen weiter die notwendige soziale Anerkennung und Teilhabe erarbeiten.

In einer Presseveröffentlichung zum Integrationsbericht der Stadt Langenfeld vom 08.11.2019 weist ein Vertreter der Verwaltung darauf hin, dass aufgrund fehlender Deutschkenntnisse viele Flüchtlinge lediglich Anlerntätigkeiten bekommen. In dieser Schlussfolgerung ist das unzutreffend.

Es ist Fakt, dass insb. junge Männer sich sehr schnell um Arbeit bemühen und diese i.d.R.  über Leiharbeitsfirmen auch bekommen haben. Die Vermittlung an Zeitarbeitsunternehmen wird durch die Jobcenter forciert. Diese Tätigkeiten sind allerdings in der Tat häufig Hilfsarbeiten und unqualifiziert. 

Der Wunsch nach eigenem Einkommen und Unabhängigkeit von Sozialleistungen ist überwiegend dem Umstand geschuldet, dass die jungen Männer möglichst schnell der Wohnsituation in Sammelunterkünften entkommen wollen. Hier waren die Alleinstehenden oft beengt zu mehreren Personen in einem Zimmer untergebracht, unabhängig von Herkunft oder Religion.

Aus den prekären Arbeitsverhältnissen kommen diese Personen allerdings schwer wieder heraus, obwohl sie durchaus in der Lage wären, Ausbildungen zu absolvieren oder Weiterbildungsmaßnahmen zu belegen. Hierbei mangelt es oft an der Unterstützung der Jobcenter. Flüchtlinge werden auch häufig ohne Berücksichtigung ihrer Qualifikationen und der Berufserfahrungen aus ihren Heimatländern in unqualifizierte Arbeit vermittelt.

Integration 2.0 bedeutet: Qualifikation bei Arbeitssuche stärker berücksichtigen

Inzwischen haben allerdings viele Flüchtlinge die Sprachstufe B2 erreicht, was für die Aufnahme einer Ausbildung allgemein vorausgesetzt wird. Einige sind sogar schon bei C1 angekommen. 

Die Flüchtlingshilfe.Langenfeld bemüht sich, dem Zustand der inadäquaten Jobvermittlung Abhilfe zu schaffen. In Zusammenarbeit mit Institutionen wie der IHK und der Handwerks-kammer, wirtschaftsnahen Vereinigungen wie dem Lions Club, Rotariern oder Integrationsfond Hilden-Haan sowie speziellen Abteilungen der Arbeitsagentur wie dem Integrationpoint und Joboffensive Mettmann wird nach Möglichkeiten einer optimalen Ausschöpfung der Fähigkeiten und Qualifikationen der Menschen mit Fluchthintergrund gesucht. Hierdurch entsteht aktive und zielführende Integrationsarbeit.


Ein Erlebnisnachmittag mit den Hunden Flocke und Jacky

 Speziell für vom Brand in Alt Langenfeld betroffene Kinder organisierten Irene Schröder und Luise Pawlowsky Ende September einen Erlebnisnachmittag mit Hunden. Teilnehmer waren neben dem Terrier Lucky und dem Havapoo Flocke ihre Besitzerin Julia Reichel und sechs Flüchtlingskinder. 

 

Julia Reichel aus Langenfeld ist ausgebildete Erzieherin mit Spezialgebiet tiergestützte Therapie und Pädagogik. Ihr Ziel ist es, Kinder durch den direkten Umgang und die Begegnung mit Tieren glücklich zu machen. Das gelang am Nachmittag mit einer gemeinsamen Wanderung durch den Landschaftspark Fuhrkamp vortrefflich. Schnell war das anfängliche Eis gebrochen. Die Therapiehunde Flocke und Lucky erwiesen sich als muntere Spielgefährten, gaben brav Pfötchen oder bilanzierten, an der Leine geführt von den Kindern, über Baumstämme. Streicheleinheiten waren die Belohnung. Das machte Beteiligten offensichtlich viel Spaß. So ging der Nachmittag, wie im Flug vorüber und ließ Kinderaugen strahlen. 

 

Die Kosten für den Erlebnisnachmittag wurden aus Spenden von Langenfelder Bürgern für Zwecke der Flüchtlingshilfe getragen.


Näh Treff Theodor- Heuss-Straße

 Einer Schneiderin, die in der Unterkunft wohnt, hatte ich eine Nähmaschine besorgt. Im Büro von Frau Halawi, führte sie mir ihre frisch genähten Modelle vor. Mit Übersetzungshilfe kam nicht nur meine Bewunderung zum Ausdruck. Der Wunsch, wie gerne sie mit anderen Frauen gemeinsam nähen würde, wurde deutlich.

Schnell war das Projekt umrissen: Ich kümmere mich um Material  (denn schließlich habe ich  eine Hobby Textilwerkstatt im Keller) und ein Team, Frau Halawi kümmert sich mit Unterstützung der Hausmeister und der Stadt um Raum und Möbel.

Eine Vollversammlung mit interessierten Frauen folgte. Termine, Regeln, Ziele wurden besprochen und die Vorfreude wuchs. Die Evangelische Kirchengemeinde hat uns Geld für drei Nähmaschinen geschenkt. Die Flüchtlingshilfe hat  inzwischen Fördermittel beantragt. Und mein Team Britta Sponsheimer und Franca Fuca, die beide mit mir seit  Januar 2016 für geflüchteten Frauen im Jugendzentrum Alte Schule einen Treff organisiert hatten, sind  als Hobby- und Berufsschneiderin  wieder mit von der Partie. Seit Anfang Oktober nähen wir nun mittwochs mit Anfängerinnen. Freitags  nähen die Fortgeschrittenen Näherinnen gemeinsam, unterstützt von der Ideengeberin.

Mittwochs platzt der Raum inzwischen aus allen Nähten, weil die Nachfrage groß ist. Deshalb haben wir angefragt, ob  eine Chance besteht, auf eine Zwei-Raum Kombination auszuweichen. Dann könnten wir Nähen und andere Handarbeitstechniken verbinden, denn Frauenkultur in verschiedenen Ländern hat viel zu bieten.

Ich habe von der textilen Tradition in meiner Familie berichtet (www.hessenstickerei.eu), und dass meine Schwester in Berlin ebenfalls mit Frauen in einem Flüchtlingsquartier näht. Dort haben sie Kontakte zur jährlich stattfindenden „textile art“ aufgenommen. Aber trotz der mir eigenen Vernetzungsbegeisterung nahm ich wahr, dass die  älteren Frauen wehmütig wurden, als es um Stickereien und Handarbeiten ging, die sie in ihrer Heimat zurück lassen mussten. Aber das „know how“ haben sie mitgebracht, und das beleben wir jetzt.

Bei der Planung der Unterkünfte waren Gemeinschaftsräume nicht vorgesehen. Wenn jetzt mit Raum und Räumen großzügiger umgegangen werden kann, dann sind gemeinschaftsfördernde Initiativen sehr wichtig. Denn viele der BewohnerInnen leben schon sehr lange in diesen Quartieren. In unserem Raum stehen jetzt 9 Stapelstühle. Während neulich in der benachbarten Küche – aus was für Gründen auch immer -  kein einziger Stuhl zu finden war.

Unter unseren Teilnehmerinnen sind zwei junge Frauen, die  uns helfen die Sprachbarrieren zu überwinden. Eine der beiden fungiert auch als unsere Sprecherin. Das vereinfacht die Kommunikation. 

Für das nächste Jahr planen wir gemeinsame Ausflüge  an interessante, textil bedeutungsvolle Ort in der nahen Umgebung.  Materialspenden sind jederzeit  herzlich willkommen, ebenso wie textile Freundschaften. Susanne Labudda, von der AWO fragte z.B. an, ob wir nicht Schürzen nähen könnten, für die kleinen Zwerge aus dem Hummelnest- Kindergarten, die regelmäßig ins Café am Wald zum Kochen kommen. So ein Einsatz würde natürlich kulinarisch  nachbarschaftlich vergütet.  Ein kleines Kompetenz-Zentrum streckt seine Fühler aus.

Luise Pawlowsky, November 2019, Tel.02173-26319


Mut zur Selbständigkeit

 

Ein Flüchtling aus Syrien eröffnet sein eigenes Friseurgeschäft

Der Syrer Faisal Fara eröffnete Anfang August auf der Hauptstraße Ecke Karlstraße sein eigenes Herrenfriseurgeschäft, der vorläufige Endpunkt einer großartigen Integrationsgeschichte.

 

Im Oktober 2015 kam Faisal als Kriegsflüchtling in Langenfeld an. Gebürtig stammt der 36jährige aus dem Ort Kakotalkotschar in der Provinz Al-Hassaka, einem umkämpften Kurdengebiet im Nord-Osten von Syrien, nahe der türkischen Grenze. Seine Heimat leidet noch immer an den Folgen der Auseinandersetzungen zwischen den Kriegsparteien und Milizen unterschiedlicher Ausrichtung. 

Nach seiner Schulzeit hatte Faisal in Syrien bereits 18 Jahre als Herrenfriseur gearbeitet, davon auch zwei Jahre im Irak, dessen Grenze nicht weit war. 2014 floh er mit seiner Frau wegen ständiger Bedrohung und Terror durch den IS aus seinem Land und stellte in Deutschland 2015 einen Asylantrag, dessen Bewilligung seinen Aufenthalt nun sichert. Er erlernte relativ schnell und gut die deutsche Sprache, machte Praktika in seinem Handwerk und bekam eine Beschäftigung in einem Friseursalon in Langenfeld. Sein gradliniger Weg ebnete auch den Zugang zur Selbständigkeit, der ihm durch die Behörden genehmigt wurde.

Sein im traditionellen Stil eingerichtetes Friseurgeschäft lädt mit seiner großen Fensterfront zum Besuch ein. Haarschnitte aller Art mit Hand oder Maschine, Bartschneiden und Rasieren sind für freundlichen Faisal kein Problem. Nicht nur seine Leistungen, auch seine Preise sind konkurrenzfähig. Inzwischen ist der Laden gut besucht, aber Faisal wäre nicht Faisal, wenn er nicht schon Ideen für die Weiterentwicklung hätte. Lassen wir uns überraschen. 


Zur Einschulung gab‘s Schultütenaktion -Auch für Flüchtlingskinder

Schon fast traditionsgemäß organisiert der Flüchtlingshilfe Langenfeld e. V. eine Schultütenaktion für Flüchtlingskinder, die in diesem Jahr eingeschult werden. Am Dienstag, dem 27. August fand die Übergabe im FHL-Sachmitteldepot statt. Wir beschenkten insgesamt 4 Jungen und 5 Mädchen. Drei davon leben in Wohnungen, was auch ein Zeichen den voranschreitenden Integrationsprozess der in Langenfeld lebenden Flüchtlinge ist 

Anschaffung und Inhalt der Schultüten wurden allesamt aus Geldmitteln bestritten, die aus Spenden von Langenfelder Bürgern stammen. Neben Süßigkeiten besteht der Inhalt aus einer Kinderzahnbürste mit Zahnpasta; außerdem aus Pixibüchern, einem kleinen Stofftier, Aufklebern, ABC-Keksen und Straßenmalkreide.

„Die Einschulung ist traditionsgemäß für alle Kinder ein ganz besonderer Tag. Die Flüchtlingshilfe Langenfeld e. V. möchte dazu beitragen, dass auch Flüchtlingskinder zum Schulstart Spaß mit ihrer Schultüte haben und sich gegenüber anderen Kindern nicht zurückgesetzt fühlen müssen“, betont Irene Schröder, Initiatorin der Aktion bei der neben weiteren ehrenamtlichen Helferinnen auch die Stadt Langenfeld unterstützt.


Blogbeitrag zum Weltflüchtlingstag

Am 20. Juni 2019 fanden weltweit in etwa hundert Ländern Veranstaltungen im Rahmen des vom Flüchtlingshochkommissariat der Vereinten Nationen (UNHCR) ausgerufenen Weltflüchtlingstags statt. Der Tag bietet Gelegenheit Solidarität mit Flüchtlingen zum Ausdruck zu bringen. Unser Vorstandsmitglied Frank Schöler hat einen sehr lesenswerten Blogbeitrag auf unserer Homepage veröffentlicht, in dem er seine Sichtweise über den Umgang mit Flüchtlingen auf der Ebene von Politik und Gesellschaft in Deutschland darstellt.

 

Ihr findet den Beitrag hier


Eindrücke 2019

2019: Mitmach-Zirkus Proscho


2019: Einschulung


Mai 2019: Internationales Kinder und Jugendfest 


April 2019: Willkommenslotsen

April 2019: Gute Nachbarschaft auf zwei und vier Beinen


Leichtbauhalle Bahnstraße 90a – neuer Ausgabeort für Fahrräder

Die Ausgabe von vorbestellten Fahrrädern für in Langenfeld lebende Flüchtlinge durch das Team der Fahrradgruppe erfolgt ab sofort in er Leichtbauhalle an der Bahnstraße 90a. In der letzten Zeit wurden die Fahrräder im Gemeindesaal der Erlöserkirche an der Hardt ausgegeben. Die Ausgabe in der Bahnstraße hat den Vorteil, dass der Hin- und Her-Transport fertiger Räder entfällt, schneller für Ersatz bei nicht passenden Rädern gefunden werden kann, notwendige Werkzeuge vorhanden sind und die Termine zeitlich flexibler gestaltet werden. Die Ausgabestelle ist mit dem Bus über die Bushaltestelle Bahnstraße schnell zu erreichen. Näheres dazu auch im Internet hier


Viel Spaß auf dem Internationalen Kinder und Familienfest

Am 18. und 19. Mai waren wir traditionsgemäß beim Internationalen Kinder- und Familien fest dabei. Wir haben aktiv über unsere Arbeit informiert. Kinder hatten viel Spaß beim Spielen und Basteln mit und aus Zeitungspapier. Für die Erwachsenen wollten wir im Rahmen eines Quiz einmal überprüfen, was Bürger in Langenfeld und Umgebung über die Lebenssituation Flüchtlinge in unserer Stadt wissen. Ehrlich gesagt nicht genug. Von den über 80 Teilnehmer hatten nur vier alle Fragen richtig beantworten können. Wir verstärken deshalb unsere Informationsarbeit.


Hier sind die Ergebnisse unseres Wissens-Quiz zur Lebenssituation der Langenfelder Flüchtlinge:

Kinder – und Familienfest 

Wissens-Quiz der Flüchtlingshilfe.Langenfeld e. V.

 

Ergebnisübersicht

 

Frage: Wieviel Sammelunterkünfte (Standorte) für Flüchtlinge gibt es in Langenfeld?

Antwort: vier Unterkünfte

 

Frage: Wie werden Flüchtlinge mit Einrichtungsgegenständen ausgestattet?

Antwort: Die Stadt stellt Kühlschrank, Etagenbett, Tisch, Schrank und Stühle zur Verfügung

 

Frage: Wie werden die Mitarbeiter der Stadtverwaltung bei der Stadt genannt, die seit Kurzem die Sammelunterkünfte  für Flüchtlinge betreuen?

Antwort: Kümmerer

 

Frage: Wieviel Wohnraum steht drei zusammen lebenden Personen in einer Sammelunterkunft zur Verfügung?

Antwort: 16 qm

 

Frage: Verfügen die Bewohner über eigene Bäder, Dusche und WC  in den Sammelunterkünften?

Antwort: Nichts davon

 

Frage: Dürfen Flüchtlinge in den Sammelunterkünften Besucher beherbergen?

Antwort: Nur mit Genehmigung

 

Frage: Dürfen Helfer der Flüchtlingshilfe.Langenfeld e. V. die Sammelunterkünfte betreten?

Antwort: Nur mit Flüchtlingshelfer-Ausweis.

 

Frage: Sind Sprinkleranlagen, Rauchmelder oder Einbruchmeldesystem zur Sicherheit der Bewohner in den Unterkünften vorhanden?

Antwort: Nur Rauchmelder

Es wurden unter allen Teilnehmern drei Buchgutscheine im Gesamtwert von 100 Euro verlost:

Zu den Gewinnern zählen:

Mays Shekhali, Gutschein über 50 Euro

Bilal-Kemal Yildiz, Gutschein über 30 Euro

Die Preisvergaben fand am 1. Juli im Schaustall, Winkelsweg 38 statt. Wir berichten darüber im nächsten Newsletter.


Veröffentlichung in der WZ: ‚Flüchtlingshilfe hilft bei Jobsuche‘

Die Westdeutsche Zeitung veröffentlichte am 24. Juni in ihrer Lokalausgabe Langenfeld einen Artikel über unsere Initiativen zur Unterstützung bei der Jobsucher für Flüchtlinge. Dabei wurde auch die Kooperation mit den Willkommenslotsen der IHK-Düsseldorf hervorgehoben. Der Artikel bietet außerdem Informationen über die vielfältigen Aufgaben im Rahmen der Integration. Der Spracherwerb gewinnt hierbei eine besondere Bedeutung.

Nachzulesen ist der Artikel im Internet hier


Neue Mitglieder im Lenkungskreis der Flüchtlingshilfe

Neue Mitglieder des Lenkungskreises der Flüchtlingshilfe Langenfeld e. V. sind

Susanne Havlik, Thomas Schmitter und Volkmar Keller. Alle drei engagieren sich mit nachhaltigen Erfolgen schon seit vielen Jahren ehrenamtlich in der Flüchtlingsarbeit und verfügen über viel Praxiserfahrungen.

Neben den neuen Mitgliedern besteht der Lenkungskreis aus Harry Mogge, Luise Pawlowsky, Frank Schöler (Vorstandsmitglieder des Vereins) sowie Sabine Schöler, Irene Schröder, Klaus Olbrich und Rainer Schlatmann.

Die Mitglieder des Lenkungskreises koordinieren innerhalb der Gruppen Sachmittel, Fahrräder und Mobilität, Schülerhilfe und Qualifizierung die Arbeit der ehrenamtlichen Helfer der Flüchtlingshilfe.Langenfeld. e. V.


Internationales Kinder und Jugendfest – Kommt vorbei!

Sehen wir uns auf dem Internationalen Kinder und Jugendfest im Freizeitpark Langfort am 18. Und 19. Mai? Wir sind dort, wie in den letzten Jahren mit einem eigenen Stand vertreten. Diesmal werden wir aus Gründen des Naturschutzes keinen Luftballon-Wettbewerb durchführen. Stattdessen gibt es phantasievolles, kreatives Basteln mit Zeitungspapier unter der Federführung von Luise. Natürlich wollen wir die Besucher über unsere Arbeit informieren und weitere Helfer gewinnen. Hierbei organisieren wir ein kleines Quiz, bei dem es für die Teilnehmer Buchgutscheine im Gesamtwert von insgesamt 100 Euro zu gewinnen gibt. Kommt vorbei alle sind willkommen. Gerne könnt ihr Eure Schützlinge mitbringen. Wer möchte kann uns auch bei der Standbetreuung unterstützen. 

 

Treffpunkt ist Freizeitpark Langfort, Stand Nr 12

 

 

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Eltern und Kind Schwimmen in Zusammenarbeit mit der SGL

Vor etwas mehr als einer Woche startete ein neues Kooperationsprojekt mit der Sportgemeinschaft Langenfeld. Der ‚Eltern und Kind‘-Schwimmkurs für Flüchtlinge findet mit großer Resonanz sonntags von 8.30 bis 9:15 im Schwimmbad unter Anleitung einer Schwimmlehrerin statt. Die SGL stellt die Räumlichkeit kostenlos zur Verfügung, das Honorar der Schwimmlehrerin wird aus den Spendenmitteln der Flüchtlingshilfe getragen. 

 

Im vergangenen Halbjahr wurde das Zeitfenster sonntags um 8:30 genutzt, geflüchteten Grundschulkindern das Schwimmen beizubringen. Dieser Kurs ist jetzt abschlossen und alle Teilnehmer haben die Seepferdchen-Prüfung erfolgreich abgelegt. 

 

Zusätzlich findet jeden Samstag ab 10:00 Uhr ein Schwimmtreff statt. Teilnehmer sind Frauen und Männer und deren Kinder, die Freude am Schwimmen haben. Die Flüchtlingshilfe.Langenfeld übernimmt dabei die Eintrittskosten aus Spenden von Langenfelder Bürgern.


Brand in Flüchtlingsunterkunft: FHL-Team organisierte erfolgreich Hilfsaktion

Erinnert ihr Euch? In Langenfeld sorgte in der Nacht auf den 07.Oktober 2018 ein Feuer für große Schäden in der Flüchtlingsunterkunft Alt-Langenfeld. In der Unterkunft lebten 47 Bewohner. Das Feuer war im Dachstuhl ausgebrochen und hatte dann die zweite Etage erfasst. Bis heute ist die Ursache ungeklärt. Das Team der Flüchtlingshilfe.Langenfeld organisierte schon am Morgen nach dem Brand eine koordinierte nachhaltige Hilfsaktion, um die akute Not der betroffenen Familien zu lindern. Heute können wir eine erfreuliche Bilanz ziehen.

 

Die Flüchtlingshilfe.Langenfeld rief unmittelbar nach dem Brand zu Spenden in der Lokalpresse auf. Die Resonanz war überwältigend. 

 

Wir haben insgesamt 3.500,00 € zweckgebundene Spenden von Langenfelder Bürgerinnen und Bürgern erhalten, zudem wurden noch Sachspenden in Höhe von 1.060 € quittiert. Zu den Sachspendern gehörten die Avie-Apotheke in Berghausen, DM Berghausen und Real Langenfeld. Die Bewohner des Senioren- und Pflegeheim Pro Talis ließen es sich nicht nehmen, Pizza für die ausquartierten Flüchtlinge zu backen. Allen Spendern gilt unser herzliches Dankeschön. Die Gelder kamen direkt den Flüchtlingsfamilien zugute.

 

1.800 € der Bargeldspenden wurden für Zwecke der Soforthilfe, Betreuung, Verpflegung etc. geleistet und 1.700 € in bar an die Geschädigten ausgezahlt.

 

Unser Team war in den ersten Wochen täglich engagiert bei der Betreuung von Betroffenen. Wertvolle praktische Hilfe gab es zudem durch das Netzwerk um Maike Braun, von Heilpraktikern ohne Grenzen aus Düsseldorf, durch die Arbeiterwohlfahrt Langenfeld und den Elternverein der Paulusschule sowie Teammitglieder der „Alten Schule“. Gemeinsam haben wir viel erreicht. Ein wirklich gutes Gefühl haben wir heute, trotz der hohe Anspannung. Bei den betroffenen Familien ist langsam Ruhe eingekehrt und das Leben geht weiter. Sie konnten teilweise in ihr bisheriges Quartier zurückkehren oder sind in anderen untergebracht.


Vorstand der Flüchtlingshilfe.Langenfeld in neuer Besetzung.

 

Im vergangenen Jahr gab es einen Wechsel im Vorstand der Flüchtlingshilfe Langenfeld. e.V. gegeben. Torsten Fuhrmann, vormals 1. Vorsitzender und Hans Herres, vormals Schatzmeister, verließen den Verein auf eigenen Wunsch. Inzwischen wurden die Vorstandspositionen durch Wahl der Mitgliederversammlung neu besetzt. Der neue Vorstand besteht aus Harry Mogge, 1. Vorsitzender, Luise Pawlowsky, 2. Vorsitzende und Frank Schöler, Schatzmeister. Die Flüchtlingshilfe bedankt sich auf diesem Wege bei den ausgeschiedenen Vorstandmitgliedern für die engagierte Arbeit bei der Betreuung der in Langenfeld lebenden Flüchtlinge.


Kooperation Flüchtlingshilfe Langenfeld und IHK Aktive Unterstützung bei Suche nach Ausbildung und Arbeit

Mit der Integration der in Langenfeld lebenden Migranten geht es weiter gut voran. Ein Beleg dafür sind die sich verändernden Aufgabenbereiche der Flüchtlingshilfe Langenfeld e. V. Diese haben sich in den letzten zwei Jahren qualitativ stark verändert. 

Neben der Betreuung bei Fragen des Alltagslebens, der Wohnungssuche und der Unterstützung beim Spracherwerb von Schülern und Erwachsenen, geht es heute mehr denn je um die Integration durch Aufnahme von Arbeit und Ausbildung. 

„Viele der Flüchtlinge haben in ihren Heimatländern in verschiedenen Berufen der Industrie, des Handwerks oder im Dienstleistungsbereich gearbeitet. Sie bringen deshalb für eine Arbeitsaufnahme prinzipiell gute Voraussetzungen mit. Leider gelingt dies nicht in dem Maße wie es zur sozialen Integration notwendig und wünschenswert wäre“, betont Frank Schöler, Vorstandsmitglied der Flüchtlingshilfe Langenfeld.

Um bei der Zielsetzung weiter und vor allem schneller voranzukommen, brauche es eine Zusammenarbeit in gut funktionierenden  Netzwerken, so Frank Schöler. Mit den Mitarbeitern der Jobcenter, der Handwerkskammern und auch mit Unternehmen selbst stehen die Helfer der Qualifizierungsgruppe der FHL in regem Kontakt. Seit wenigen Wochen arbeitet die Flüchtlingshilfe Langenfeld auch mit den Willkommenslotsen der Industrie und Handelskammer Düsseldorf zusammen. 

Bereits vor etwa drei Wochen stellte Stephan Jäger, Referent der IHK für Fachkräftesicherung in Unternehmen das Lotsen-Projekt anlässlich eines gemeinsamen Arbeitstreffens vor. 

Willkommenslotsen sind die Schnittstelle zwischen den Unternehmen und den Flüchtlingen. Sie arbeiten mit Hilfe von Information und Beratung sowie aktivem Einsatz in Unternehmen daran, dass sowohl die Wünsche von Bewerbern nach Praktika, Ausbildung und Arbeit als auch die der Unternehmen nach möglichst passgenauer Stellenbesetzung erfüllt werden. Die Willkommenslotsen prüfen die Ausbildungs- und Beschäftigungsnachweise und führen Bewerbungstrainings mit den Arbeitssuchenden durch. Soweit möglich, werden auch Empfehlungen auf Basis der Bewerbergespräche ausgesprochen. 

Am Dienstag, dem 23. April hatte die Flüchtlingshilfe.Langenfeld die IHK Willkommenslotsin Gisela Kwiatek bei einem Austauschtreffen zu Gast. Hieran nahmen auf Initiative der FHL bereits fünf nach Arbeit suchende Migrantinnen und Migranten teil. Die zwei Frauen  und drei Männer, Juristen, ein Chemiker, ein Personalsachbearbeiter sowie eine Verwaltungs- und Finanzfachwirtin erhielten vielfältige Informationen über den Integrations-Service der IHK. 

Im nächsten Schritt werden sie zu individuellen Bewerbergesprächen nach Düsseldorf eingeladen. Zudem bietet sich für die Bewerber Gelegenheit, bei sogenannten ‚Speed Datings‘ in verschiedenen Städten des Kammerbezirks in direkten Kontakt mit Unternehmern zu kommen und sich somit persönlich für einen Job zu bewerben.

Die Maßnahmen im Rahmen des Willkommenslotsenprojektes der Industrie und Handelskammern wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestagesund gefördert. Die Flüchtlingshilfe.Langenfeld trägt mit ihrer ehrenamtlichen Hilfe bei der praktischen Umsetzung  ebenfalls aktiv zum Gelingen bei.


Luise Pawlowsky | 24.4.2019

Gute Nachbarschaft auf zwei und vier Beinen

Am 15. Oktober 2018, eine Woche nach dem Brand im Flüchtlingsquartier Langenfeld Berghausen, begannen die Herbstferien. Die 12 betroffenen Schulkinder lebten mit ihren Familien weiter im Notquartier. Elisabeth Grodde, Mitarbeiterin des „Pro Talis“ Seniorenzentrums kam zu Besuch und überbrachte von den SeniorInnen selber gebackene Pizza. Für alle evakuierten Menschen ein Anlass zusammen zu sitzen, und Gelegenheit, Pläne für die Ferien der Kinder zu machen. Kino, Schwimmbad, Spielplatzbesuch, Wanderung… und Reiten standen auf der Liste. Das Reiten konnten wir jetzt am Ostersamstag mit Hilfe der „Landes- Reit- und Fahrschule im Pferdesportverband  Rheinland e.V.“  realisieren. Bei gemeinsamen Streifzügen durch Berghausen und Reusrath  waren die Kinder immer wieder Pferden begegnet, was  große Freude auslöste. Ein Jubelschrei, und ein Sprint in Richtung Weidezaun waren jeweils Ausdruck  spontaner Begeisterung. Nach unserem Nachmittag mit den Reitexpertinnen  Beate Brouwer und Eileen Uilderks  auf dem  Langforter Gelände wissen wir besser, wie man sich Pferden nähert und ihr Vertrauen gewinnt. Manni und Morya ließen  sich unter Anleitung  geduldig pflegen und streicheln. Später durften alle Kinder bei schönstem Wetter  die beiden Pferde führen und reiten. Mit der kleinen Mutprobe „Hufpflege“ verabschiedeten sich die Kinder mit einem zufriedenen „Dankeschön“. Die 7jährige Emma meinte zum Schluss:“ Jetzt haben wir alle Punkte von unserer Liste erledigt. Die Kinder leben inzwischen in 4 verschiedenen Unterkünften, und sie gingen  schon immer auf 5 verschiedene Schulen. Deshalb gab es beim Wiedersehen viel zu erzählen. Am Vorabend des Brandes hatten die Kinder mir noch ihre neuen Hula Hoop Tricks gezeigt. Die Inspiration des Langenfelder Mitmachcircus hatte lange angehalten. Die kleine Schicksalsgemeinschaft wünscht sich für den Sommer ein gemeinsames Picknick. Das haben Irene Schröder und Luise Pawlowsky von der Flüchtlingshilfe Langenfeld e.V. schon registriert.