AKTUELLES


Schlagzeilen: Auch in Zeiten von Corona gelingt es uns, Freude zu bereiten

+++ Nicht verpassen: Verleihung Ehrenamtspreis 2020

+++ Wir kümmern uns

+++ FHL Schüler- und Erwachsenenbetreuung in Camps bald möglich?

+++ Empörend! Flüchtling darf nicht Flüchtlingshelfer sein

+++ Klima-Recherche städtische Flüchtlingsarbeit

+++ Situation von Alleinstehenden in Flüchtlingsheimen

+++ Sachmittelteam plant I-Dötzchen-Aktion

+++ Fahrradgruppe: Pandemiebedingter Stillstand

+++ Impfaktion in den Langenfelder Flüchtlingscamps – aber…

+++ Traurige Verhältnisse

+++ Warum? Hohe Zahl von Corona-Infektionen in Langenfelder Camps

+++ Zu guter Letzt: Geduld, Geduld!

 

 


Nicht verpassen: Verleihung Ehrenamtspreis 2020

 

Wir als Flüchtlingshilfe.Langenfeld gehören, wie Ihr alle bereits wisst, zu den für den Ehrenamtspreis 2020 nominierten Initiativen des Flüchtlingsrats NRW. Ursprünglich sollte die Verleihung bereits im letzten Jahr stattgefunden haben. Jetzt findet sie am 26. Juni 2021 vom 15:30 bis 19:30 statt. Auch in der jetzigen Situation sieht sich der Flüchtlingsrat gezwungen, auf eine Präsenzveranstaltung zu verzichten. Stattdessen wird das geplante Programm per Videokonferenz im Internet ausgestrahlt. 

Studierende der Abteilung Design audiovisueller Medien der Bergischen Universität Wuppertal haben uns im letzten Jahr bei unserer alltäglichen Arbeit begleitet und filmisch porträtiert. Der Kurzfilm, wie auch diejenigen anderer ausgewählter Initiativen, wird bei der Preisverleihung vorgestellt. Im Anschluss an die Präsentationen erfolgt die Preisverleihung. Wer die Auszeichnung erhält, ist nicht bekannt. Wir müssen also noch bis zur Siegerehrung warten. Daumendrücken ist angesagt. 

Wichtig: Wenn ihr bei der Preisverleihung dabei sein möchtet, schreibt bis zum 26. Juni eine Email an aktionen@frnw.de. Ihr erhaltet dann einen Link zur Einwahl in die Online-Konferenz zugesandt.

Wir freuen uns, wenn ihr alle dabei seid.

Hier geht’s zur offiziellen Einladung 


Wir kümmern uns!

Am 18. April berichtete die Rheinische Post, wie auch die Westdeutsch Zeitung, anlässlich eines Informationsgespräches mit dem Vorstand der Flüchtlingshilfe Langenfeld über die Situation der in Langenfeld lebenden Flüchtlinge. Diese so, Vorstandsmitglied Frank Schöler, haben in Zeiten von Corona einen schlechten Stand. Für viele in Gemeinschaftsunterkünften lebende Flüchtlinge steht das Leben während der Pandemie still. Behörden sind geschlossen. Bearbeitungsprozesse verzögern sich. Termine für eine berufliche Eingliederung finden im Jobcenter häufig nicht statt. Homeschooling für Kinder ist so gut wie unmöglich, weil es erstens an der technischen Ausstattung fehlt und zweitens in den Heimen kaum funktionierende Internetverbindungen zur Verfügung stehen. Erwachsene sprechen schlechter Deutsch, als vor Corona, weil kein Unterricht in Bildungseinrichtungen stattfindet und sie, in Camps isoliert, nur in ihrer Muttersprachen kommunizieren. Die FHL versucht auch in dieser Situation individuell Hilfe zu leisten so gut es in Anbetracht der Schutzverordnungen eben geht.

Der gesamte Artikel findet Ihr hier


FHL Schüler- und Erwachsenenbetreuung in Camps bald möglich?

Unsere Nachhilfe-Arbeit wird hoffentlich bald wieder beginnen können. Das Sozialamt der Stadt Langenfeld hat die bestehenden Schulungs-Räume in der Theodor-Heuss-Straße 101 für Schülerbetreuung frei gegeben. Wir besprechen derzeit mit unserem Kooperationspartner, dem Verein Soziale Brennpunkte, wie und wann es dort losgehen soll. In der Albert-Einstein-Straße 27 ist der Übungsraum bislang noch nicht frei gegeben. Es gab an der AES bekanntlich Infektionsfälle mit Quarantäne-Anordnung. 


Empörend! Flüchtling darf nicht Flüchtlingshelfer sein

Eine sehr engagierte junge Frau hilft uns seit längerem in einer Flüchtlingsunterkunft bei der Betreuung ihrer Mitbewohner. Da sie gut Deutsch spricht, sehr umgänglich ist und das Vertrauen der anderen Flüchtlinge genießt, ist sie für uns eine große Hilfe. Nun hat sie einen Flüchtlingshelferausweis bei der Stadtverwaltung beantragt. 

Dieser wurde ihr allerdings verweigert. Als Begründung wurde angemerkt, dass sie selbst in einer Flüchtlingsunterkunft wohne und über eine Aufenthaltsgestattung verfügt.

Davon abgesehen, dass uns diese Regelung bislang nicht bekannt war, haben wir eine andere Vorstellung von einem Flüchtlingshelfer. Die Vorgabe der Stadt heißt ja, in praktisches Handeln übersetzt, dass ein Flüchtling anderen Flüchtlingen grundsätzlich nicht helfen kann, solange sie oder er in einem Heim wohnt und keine Anerkennung als Asylsuchender hat. 

Wir halten diese Einschätzung für nicht sachgerecht, es geht ja um die Kompetenz, Hilfe zu leisten. Im Übrigen ist die Mitarbeit in der Flüchtlingshilfe auch ein Aspekt des Integrationswillens und der gesellschaftlichen Teilhabe. Die sollte man auch einem Menschen mit Aufenthaltsgestattung und einem Wohnort, den er sich selbst nicht ausgesucht hat, nicht vorenthalten.


Klima-Recherche städtische Flüchtlingsarbeit Frühjahr 2021

Der politische Umgang unter den Parteien während der Sitzungen des Stadtrats und der Ausschüsse in Langenfeld sagt viel über die herrschende Kultur und die Einstellungen aus. Es geht um Verantwortung, Empathie und Fürsorge für Flüchtlinge.

Unsere Vorständin Luise Pawlowsky hat den Verlauf der Sitzung des Ausschusses für Soziales und Ordnung am 21. April mitverfolgt und ihre persönlichen Eindrücke in einem Blog-Betrag auf unserer Homepage niedergeschrieben. Die Frage war, was ist der Stadt eine professionelle, von integrativer, vorausschauender Sozialarbeit geprägte Betreuung der in Langenfeld lebenden Flüchtlinge wert - zumal sie ‚Kümmerer‘ nicht mehr beschäftigt. 

Eine Ratsmehrheit beschloss bekanntlich zwei der von der Opposition geforderte Sozialarbeiterstellen gegen die Stimmen der stärksten Fraktion. Dies forderte die Flüchtlingshilfe.Langenfeld schon seit fünf Jahren im Rahmen der Mitarbeit am ersten Integrationskonzept der Stadt.

Mehr zu Beobachtungen von Luise

 


Situation von Alleinstehenden in Flüchtlingsheimen

Einen kritischen Blick auf die Situation von Alleinstehenden Flüchtlingen wirft unser Vorstandsmitglied Frank Schöler in einem Blogbeitrag unter dem Titel ‚Sparen am unteren Ende‘. In Langenfelder Heimen leben vor allem alleinstehende junge Männer in willkürlichen ‚Gemeinschaften‘ und werden dadurch finanziell benachteiligt. 

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Sachmittelteam plant I-Dötzchen-Aktion

Das Sachmittel-Team möchte 17 I-Dötzchen aus Flüchtlingsfamilien bis zum Start des neuen Schuljahres unterstützen und bereitet sich darauf vor. Der Kontakt zu den Familien kann leider nur mit einer schriftlichen Einladung erfolgen. Als Bestätigung reicht eine Whatsapp-Antwort. Wir laden dann nur ein Elternteil mit Kind ein. 

Die Corona-Pandemie hat unsere Arbeit fast zum Stillstand gebracht. Wir hoffen, dass wir unsere Schulstart-Aktion Schritt für Schritt bis zum Beginn des neuen Schuljahres durchführen können. 

Das Team, allen voran Karin Selbach und Susi Kulm haben tatkräftig das Lager aufgeräumt. Unser Kinderkleiderbestand reduziert sich nun auf eine Bananenkiste pro Doppelgröße -nach Jungen und Mädchen getrennt. 

So gibt es Platz für Sachen rund um den ersten eigenen Hausstand und alles für den Schulstart in Langenfeld; egal ob Seiteneinsteiger oder Schulneulinge. Seit Anfang Mai nehmen wir wieder gezielt Spenden an. 

Was wir benötigen ist auf unserer Homepage nachzulesen.

 

Übrigens: An dieser Stelle auch ein Dank an den Ski-Club Adler für die Spende von gut erhaltenen Bällen, die wir an die I-Dötzchen weitergeben möchten. 


Impfaktion in den Langenfelder Flüchtlingscamps – aber…

Die Stadt Langenfeld plant eine Impfaktion in Flüchtlingsquartieren. Impfaktionen sind laut Sozialamtsleiter Holger Hammer für den 12.06. und 24.07. terminiert worden. Das war nach unserer Beobachtung auch dringend erforderlich. Denn laut Flüchtlingsrat NRW zeigen Ergebnisse des Kompetenznetzes Public Health Covid-19, dass geflüchtete Menschen ein besonderes Risiko haben zu erkranken und gar an Corona zu sterben.

Sie leben in Massenunterkünften bis zu zwei Jahre auf engem Raum, teilen sich Toiletten, Schlaf- und Waschräume und nutzen dieselben Küchen und Gemeinschaftsflächen. Wegen der beengten Verhältnisse hat sich bereits eine Vielzahl von Menschen in Landeseinrichtungen wie auch in Langenfeld infiziert. Immer wieder werden Teil- oder Vollquarantänen verhängt.

Schon im April waren in Unterkünften in Langenfeld 34 Infektionsfälle aufgetreten. Alle 304 Bewohner der vier Häuser am Standort wurden unter Quarantäne gestellt. In einem aktuellen Fall an einem anderen Standort wurden laut einer Meldung am 21. Mai 39 infizierte Personen in einem Gebäude positiv auf Corona getestet. Hier sollen sich während einer Quarantäne Familienangehörige infiziert haben.

Für die Flüchtlingshilfe Langenfeld ist es unerlässlich, dass Flüchtlinge intensiv und dauerhaft über die großen Gesundheitsgefahren durch das Corona-Virus und die gewissenhafte Einhaltung der AHD-A-L-Regeln aufgeklärt werden. Einfach verständliche mehrsprachige Informationen zu Impfungen, Impfstoffen und möglichen Nebenwirkungen sind bereit zu stellen. Da es in vielen Unterkünften noch immer kein Zugang zu einer stabilen Internetverbindung und somit zu Informationen gibt, sind aktive Informationsangebote umso wichtiger.

Hierfür setzt sich die Flüchtlingshilfe Langenfeld besonders ein, wie auch ein kritischer Blogbeitrag unseres Vorstandskollegen Frank Schöler von Anfang Mai auf unserer Homepage zum Stand der Impfsituation bei Geflüchteten schon Anfang Mai unter Beweis stellt.

Mehr dazu

 

 


Fahrradgruppe: Pandemiebedingter Stillstand

Die letzte Ausgabe von Fahrrädern an Migranten erfolgte im September des letzten Jahres. Danach konnten wir aufgrund der Pandemie keine weiteren Ausgabetermine durchführen. 

Während dieser Zeit wurden jedoch weiterhin Fahrräder gespendet, so dass wir jetzt an Kapazitätsgrenzen, was die Räumlichkeit betrifft, stoßen. 

Wir haben daher beschlossen, bis auf weiteres keine weiteren Fahrräder mehr als Spenden anzunehmen und hoffen sehr bald wieder Fahrräder an bedürftige Geflüchtete ausgeben zu können.

In enger Kooperation arbeiten wir bei Reparaturen von ausgegebenen Fahrrädern nach längerem Gebrauch mit der Werkstattleitung von ‚Bildung hoch 3‘ zusammen.


Traurige Verhältnisse

Seit mehreren Monaten sind Toiletten und Duschen in der ersten Etage des Flüchtlingscamps an der Theodor-Heuss-Straße 101 für die Bewohner nicht mehr nutzbar. Ersatzweise stellte die Stadt Langenfeld außerhalb des Gebäudes eine Sanitärcontainer auf. Wie uns der Leiter des Sozialamtes Herr Holger Hammer auf Anfrage mitteilt, ziehen sich die Arbeiten in den oberen Sanitäranlagen hin. 

Nach einer ersten Analyse sind die Schäden an der Anlage ‚schlimmer als befürchtet‘. Daher verzögert sich ihre Fertigstellung. Das bedeutet: Toiletten/Duschen im Untergeschoss stehen allein den Frauen zur Verfügung, die Anlagen im Außenbereich werden von den Männern genutzt. Für die Flüchtlingshilfe.Langenfeld stellt sich die Frage, wieso sich die Behebung der Schäden so lange hinauszögern muss. Wir sehen darin eine unverhältnismäßige Zumutung für die Bewohner.


Warum?! - Hohe Zahl von Corona-Infektionen in Langenfelder Camps

Quelle: Kreis Mettmann

Die Kreisverwaltung Mettmann informierte in einer Pressemeldung von 25. Mai über die Entwicklung der Corona-Zahlen in Städten und Gemeinden des Kreises. Stand 25. Mai lag die 7-Tage-Inzidenz zu dem Zeitpunkt im Schnitt bei 94,1. Langenfeld muss mit einer Inzidenz von 161 leben, nach Velbert (243) und Ratingen (197) ist das der dritthöchste Wert im Kreis. In einer Pressemeldung vom 21. Mai heißt es: „Der vergleichsweise hohe Anstieg bei den Neuinfektionen in Langenfeld ist zum Großteil auf 15 weitere Positivfälle in einer Flüchtlingsunterkunft zurückzuführen. Dort sind inzwischen 39 Menschen infiziert.“

Aus Tageszeitungen wissen wir, dass es auch noch in weiteren Langenfelder Unterkünften viele Infektionsfälle mit Quarantäneanordnung gegeben hat. Indes haben auch etliche positiv getestete Bewohner die Infektion überstanden.

Insgesamt wirft die Entwicklung aber schlechtes Bild auf die Arbeit zuständigen Behörden Stadt Langenfeld. Schon jetzt stellen wir fest, dass Flüchtlinge stigmatisiert werden.

Zu vermuten ist, dass in Anbetracht der beengten Wohnverhältnisse in den Camps nicht ausreichend über die Ansteckungsgefahren informiert wurde. Dies wird aus Gesprächen deutlich, die die FHL mit Bewohnern telefonisch führte und angaben, dass Sie sich nicht informiert fühlten. Mangels dringend erforderlicher, engmaschiger Betreuung dürfte die Einhaltung der Infektionsregeln in den Unterkünften nicht intensiv genug überprüft werden. Hausmeister und Sicherheitsdienste allein helfen hierbei offenbar nicht. Die von der Stadt eingestellten und für die Unterkünfte zuständigen ‚Kümmerer‘ sind nach vorliegenden Informationen bereits seit Ende März 2021 nicht mehr im Dienst.

Geduld, Geduld!

Luise Pawlowsky versprach ihren kleinen Schützlingen in der Albert-Einstein-Straße, dass sie Umarmungen durch Gedichte ersetzt. Zum gespendeten Sonntagskuchen sendete sie kürzlich Wünsche mit einem Quarantäne-Gedicht unter dem Titel "Geduld, Geduld" – Ein gutes Bespiel dafür, wie sich durch Empathie soziale Distanz überwinden lässt.

 

(ein Gedicht für „Professor Zweistein“ (5) und seine Schwester Frau Dr. Bachstelze (10) in der dritten Woche Quarantäne)

 

Geduld, Geduld

 

Bin zu Hause ohne Pause, und ich gähne,

ich bin immer auf dem Zimmer und erwähne:

ich dreh die zweite Runde hier   - in Quarantäne.

 

Spiele spielen, Bücher lesen, essen, trinken, träumen,

und außerhalb läuft auch nicht viel, da kann ich nichts versäumen.

 

Toben, malen, Witze machen, tanzen, sich verkleiden,

singen, schlafen, Schule spielen, Stress muss man vermeiden! 

 

Bin zu Hause ohne Pause, und ich gähne,

ich bin immer auf dem Zimmer und erwähne:

ich dreh die zweite Runde hier -  in Quarantäne.

 

Kampf dem Virus bleibt gesund, es sind noch ein paar Tage.

Dann leg ich los, geh aus dem Haus und stell die eine Frage:

Wo geht’s hier zum Kinderglück unter freiem Himmel:

hüpfen, rennen, Fahrrad fahren, Platz da! ruft die Klingel

 

Bin zu Hause ohne Pause, und ich gähne,

ich bin Immer auf dem Zimmer und erwähne:

ich dreh die zweite Runde hier -  in Quarantäne.

 

Professor Zweistein kehrt zurück mit Neugier und mit scharfem Blick

Gefolgt von seiner Schwester, Frau Doktor meint, hier ist ein Trick:

Bei kühlem Wetter warten im Wald die kleinen Arten

bis Mitte Mai, dann kann das Staunen starten.

 

Blumen, Bäume, Schmetterlinge, Wasserlauf, und Käferkrabbeln

Vögel zwitschern, Freunde jubeln und es gibt ein Eis……..

 

Eure Freundin Luise   ( alias Lasuina Pawelsky)

 


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