Aytan wuchs in Aserbaidschan auf, besuchte die Schule und studierte Anglistik in Baku. Sie arbeitete zunächst als Englischlehrerin, gründete dann eine Familie und arbeitete danach wieder als Sekretärin und Übersetzerin. Mitte 2015 beschlossen Aytan und ihr Mann, das totalitär regierte Aserbaidschan zu verlassen und mit den beiden Töchtern nach Deutschland zu emigrieren.
Im August 2015 kamen sie in Deutschland an und erreichten schließlich Langenfeld, wo sie bis heute leben. Neben der Betreuung ihrer Kinder, die ältere Tochter konnte schon die Schule besuchen, widmete sich Aytan dem Erlernen der deutschen Sprache. Besonders motiviert war sie durch die sprachlichen Fortschritte ihrer Kinder. Als sie bemerkte, dass sich ihre Töchter auf Deutsch unterhalten konnten, ohne das sie selbst alles verstand, spornte sie das noch einmal an. Bereits nach knapp zwei Jahren hatte sie das B1-Niveau erreicht.
Aytan beschloss nun, sich stärker am deutschen Sozialleben zu beteiligen. Sie arbeitete ehrenamtlich für den Mensaverein einer Gesamtschule, die ihre ältere Tochter inzwischen besuchte, und half auch gelegentlich in der Flüchtlingshilfe mit. Im November 2020 bekam sie eine Anstellung beim Mensaverein und betreute nun die Essenausgabe und den Mensashop.
Seit August 2024 hat sie eine Anstellung als Aushilfslehrerin und ist im Bereich Integration durch Bildung sowie als Deutschlehrerin in der DaZ-Klasse tätig. Im Verein Flüchtlingshilfe.Langenfeld e.V. war sie zudem zeitweise Mitglied des Lenkungskreises und arbeitet heute in der Schülerhilfegruppe und der Übersetzergruppe mit. Im März 2024 wurde Aytan eingebürgert.
Für Aytan bedeutete das Leben in einer anderen Gesellschaft immer das Streben nach Integration. Sie suchte den Zugang zu gesellschaftlicher Teilhabe und Mitwirkung. Dass sie letztendlich in dem von ihr ursprünglich einmal ausgeübten Beruf Fuß fassen konnte, verdankt sie ihrer Hartnäckigkeit und ihrer persönlichen Initiative.
Ihr Rat für andere Flüchtlinge und Migranten ist, sich nicht abschrecken zu lassen, auch nicht von allgegenwärtig erfahrbarer Skepsis und Fremdenfeindlichkeit, sondern die Suche nach Zugängen zur Gesellschaft und das Einbringen der eigenen Fähigkeiten zu betreiben. Aytan zeigt durch ihre verbindliche und selbstbewusste Art, dass man in einer fremden Gesellschaft Erfolg haben kann ohne die eigene Persönlichkeit aufzugeben.